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Gewaltfreie Kommunikation (GFK)

Die Methode der Gewaltfreien oder Einfühlsamen Kommunikation (auch Giraffensprache genannt) wurde von dem amerikanischen Psychologen und Psychotherapeuten Marshall B. Rosenberg (1934 - 2015) entwickelt und stellt für mich eines der besten Konzepte dar, um mit sich selber und mit anderen Menschen sinnerfüllt umzugehen, sowie menschliches Verhalten allgemein besser verstehen zu können.
Rosenberg beschäftigte sich Zeit seines Lebens intensiv mit philosophischen und religiösen Themen und ließ wesentliche Erkenntnisse aus diesen Bereichen in seine Methode mit einfließen.
Die GFK geht von dem Ansatz aus, dass es bei allem was wir Menschen tun, um die Befriedigung unserer Bedürfnisse geht.
Diese sind:

  1. Körperliches Wohlbefinden
    Gesundheit, Nahrung, Licht, Wärme, Unterkunft, Schlaf, Bewegung, Sexualität...
  2. Sicherheit
    Sicheres Einkommen, politischer Frieden, Schutz der Familie, körperliche und seelische Unversehrtheit, sicherer Lebensalltag...
  3. Liebe
    Bedingungslos geliebt werden und Liebe schenken...
  4. Empathie und Verständnis
    Empathie, Wertschätzung, Anerkennung, Respekt...
  5. Kreativität
    Freiräume für schöpferisches und kreatives Arbeiten...
  6. Geborgenheit
    Wo zuhause sein, ein "warmes Nest" haben, Familie, Freundschaft, Nähe, Gemeinschaft...
  7. Erholung & Spiel
    Möglichkeit, sich geistig und körperlich zu Erholen, Entspannung, Ruhe, freie Zeit, zweckfreies Tun, Spielen, Urlaub...
  8. Autonomie
    Freiheit, Selbstbestimmung, Distanz wahren können...
  9. Sinn und Spiritualität
    Etwas tun, was das eigene Leben und das Leben anderer bereichert, gebraucht werden, Glaube...


Ein Konflikt ist ein tragischer Ausdruck eines unerfüllten Bedürfnisses bzw. ein unangemessenes Verhalten ein Bedürfniss zu befriedigen. Konflikte können sich dabei nach innen richten (Burn Out, Depression...) oder im Äußeren stattfinden (Streit, Hass auf Minderheiten...).

Ob ein Bedürfniss erfüllt ist oder nicht, wird durch ein ganz wunderbares Messinstrument angezeigt - unser Gefühl. "Gefühle sind die Kinder unserer Bedürfnisse", wie Rosenberg es ausdrückte. Gefühle können dabei wie die Anzeigelampen in einem Auto verstanden werden:
grüne Lampe = angenehmes Gefühl (unsere Bedürfnisse sind erfüllt)
rote Lampe = unangenehmes Gefühl (unsere Bedürfnisse sind nicht erfüllt)
Über unsere Gefühle können wir so auch wieder, quasi im Rückwärtsgang, zu unseren Bedürfnissen vordringen und diese besser verstehen.
Marshall B. Rosenberg geht in seinem Handlungskonzept davon aus, dass es in der Natur eines jeden Menschen liegt, zum Wohlergehen anderer Menschen beitragen zu wollen.
Dies setzt allerdings ein Verbundensein mit seinem empathischen Ich und mit den Gefühlen und Bedürfnissen des Gegenübers vorraus.
Er entwickelte hierfür ein "Werkzeug", ein Kommunikationsmodell in 4 Schritten, das es einem erleichtert, einfühlsamer mit sich und anderen umzugehen:

  1. Beobachten ohne zu bewerten
    Einen Sachverhalt möglichst neutral beschreiben, ohne zu bewerten oder zu verurteilen.
  2. Gefühle wahrnehmen und ausdrücken
    Möglichst spezifisch und genau das Gefühl beschreiben, das der Sachverhalt gerade in einem auslöst, bzw. einfühlsam zu verstehen suchen, welches Gefühl der Sachverhalt beim anderen auslösen könnte.
  3. Bedürfnisse
    Möglichst spezifisch und genau das Bedürfniss beschreiben, das hinter diesem Gefühl steht, bzw. einfühlsam zu verstehen suchen, welches Bedürfniss den anderen gerade bewegen könnte.
    Wenn man darüber spricht was man braucht und nicht darüber, was am Verhalten des anderen "Falsch" ist, steigt die Wahrscheinlichkeit vom anderen das zu bekommen, was man möchte.
  4. Bitten
    Welche konkrete Handlung würde in diesem Moment das Bedürfniss von einem erfüllen und das Leben bereichern? Die Bitte aber so formulieren, dass sie keine Forderung ist, sondern dass der andere die Freiheit hat, sie zu erfüllen oder auch nicht.

Weitere Infos zur Gewaltfreien Kommunikation finden Sie u.a. in folgenden Büchern:
Marshall B. Rosenberg: Gewaltfreie Kommunikation
Marshall B. Rosenberg: Konflikte lösen durch Gewaltfreie Kommunikation

Autor: Thomas Unger

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