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Die 1-Sekunden-Regel und die 3-Sekunden-Regel

In der Selbstbehauptung und Selbstverteidigung gibt es zwei sehr interessante und wichtige Regeln, die mit Zeitspannen zu tun haben: Die 1-Sekunden-Regel und die 3-Sekunden-Regel.
In diesem Artikel erkläre ich Ihnen, was es damit auf sich hat.

Gewalttäter suchen sich Opfer und keine Gegner. Sie beobachten andere Menschen genau und entscheiden innerhalb kürzester Zeit intuitiv, wer in ihr Opferschema passt und wer nicht. Unaufmerksamkeit ist dabei eines der potenziellen Opfermerkmale, denn unaufmerksame Menschen vermitteln eher den Eindruck, nicht wehrhaft und leicht zu überwältigen zu sein. Hier setzt die 1-Sekunden-Regel an: Haben Sie bei einer Person ein unangenehmes Gefühl, nehmen Sie Blickkontakt mit ihr auf. Dies vermittelt einen sehr selbstbewussten Eindruck und macht deutlich, dass Sie aufmerksam sind und die Situation genau beobachten. Begrenzen Sie diesen Blickkontakt auf 1 Sekunde! Nicht mehr, aber auch nicht wesentlich weniger. Ein Blickkontakt der länger geht, könnte als Kontaktaufnahme gedeutet werden oder das bekannte "Was guckscht Du" provozieren.

Sind Sie in einer Gewaltsituation ist es wichtig, innerhalb von 3 Sekunden (3-Sekunden-Regel) zu handeln. Das hat folgende Gründe:

  1. In einer Gewaltsituation ist weggehen (und Hilfe holen) meist die beste Reaktion. Je länger man aber in der Nähe eines Täters verweilt, umso schwieriger ist es, von ihm wegzukommen. Man bleibt wie magnetisch von ihm angezogen (man spricht hier auch vom Magnetfeld des Täters). Viele kennen diesen Effekt in einer harmlosen Variante: Jemand drückt Ihnen ein Gespräch rein, obwohl Sie das im Moment gar nicht brauchen können. Je länger diese Situation dauert, umso schwerer wird es, sich zu verabschieden und einfach weiterzugehen.
  2. Meistens trifft man mit dem Bauchgefühl die besseren und schnelleren Entscheidungen. Lässt man dem "Denker" aber ausreichend Zeit, sich einzumischen und das Ruder zu übernehmen läuft man Gefahr, dass die ursprünglich richtige Intuition wieder verwässert wird (vielleicht irre ich mich, vielleicht meint es der andere gar nicht so, vielleicht ist ja alles ganz harmlos...).
  3. Neben Flucht oder Kampf ist es das Totstellen, wie ein Mensch (oder Lebewesen allgemein) auf eine Bedrohung reagieren kann. Je länger wir in einer Situation nicht handeln, uns also totstellen, umso schwieriger wird es, aus dieser Handlungsunfähigkeit wieder rauszukommen und in Aktion zu treten.

Beide Regeln werden immer wieder auf ganz unterschiedlicher Weise in unseren Kursen trainiert.
Beide Regeln lassen sich aber auch ganz wunderbar in vielen harmlosen Alltagssituationen ausprobieren und üben. Beobachten Sie dabei, welche Wirkungen die Übungen auf Ihre Gegenüber und auf Sie selbst haben und genießen Sie das Ergebnis.


Autor: Thomas Unger

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